Ein wenig Geschichte(n)
Der Maine Coon zählt zu den berühmtesten Katzenrassen Neuenglands und weiten Teilen der Vereinigten Staaten. Er gehört zu den robustesten, am stärksten behaarten und größten aller domestizierten Katzenrassen, die in Haushalten der westlichen Welt gehalten werden.
Neben seinem eindrucksvollen Aussehen und seinem sanften Wesen ist seine Geschichte von einem Hauch Geheimnis umgeben. Seine Ursprünge beruhen eher auf Volkserzählungen und Vermutungen als auf gesicherten Fakten – manch einer würde sagen: eine Rasse, die in Legenden gehüllt ist.
Als eine der „ursprünglichen Katzenrassen“ der Vereinigten Staaten ist der Maine Coon dafür bekannt, sich an die rauen Winter und die wilde, natürliche Umgebung des Bundesstaates Maine angepasst zu haben. Kälte und die großen Entfernungen zwischen Siedlungen trugen über Jahrhunderte dazu bei, die Rasse weitgehend isoliert zu halten.
Die Theorie von Katze + Wildtier
Hybrid mit Waschbär oder Luchs
Eine verbreitete Erzählung sieht den Maine Coon als Hybriden – Hauskatze mit Waschbär oder mit Luchs. Biologisch sind beide Varianten ausgeschlossen.
Visueller Vergleich: die verblüffende Ähnlichkeit zwischen Maine Coon und Waschbär
Wichtige Punkte:
- Katze + Waschbär: biologisch unmöglich (verschiedene Arten).
- Katze + Luchs: ebenfalls unmöglich (gleiche Familie, verschiedene Arten).
- Auffällige Ähnlichkeiten: dichtes Fell, Vorliebe für Wasser, Luchs‑Ohren.
Der Begriff „Coon“ könnte volkstümlich vom Wort „raccoon“ (Waschbär) abgeleitet sein.
Die Schiffskatzen‑Theorie
Die stärkste Theorie
Die plausibelste Herkunft: Abkömmlinge europäischer Schiffskatzen, die zur Schädlingsbekämpfung an Bord nach Maine gelangten.
Ein Schiffskatze: Maine Coons als Nachfahren europäischer Schiffskatzen
Historischer Kontext
- Vor zwei Jahrhunderten war Maine ein lebhafter Hafen.
- Ein renommiertes Zentrum des Schiffbaus.
- Seefahrerfamilien ließen sich an Land nieder – oft mit ihren Katzen.
Wahrscheinliche Ursprünge
- Europäische Langhaarkatzen.
- Häufig genannt: Angoras.
- Hervorragende Nagerjäger.
Kapitän Charles Coon
Eine besondere Geschichte aus dem 19. Jahrhundert
Eine oft erzählte Geschichte des 19. Jahrhunderts verbindet einen Kapitän namens Charles Coon mit dem Aufstieg der Rasse in Neuengland.
Wenn seine Schiffe anlegten, hätten sich seine langhaarigen Katzen mit örtlichen Katzen verpaart – die Jungtiere nannte man „Coon’s Cats“.
Gab sein Name der Rasse tatsächlich ihren Namen? Die Wahrheit bleibt ungewiss.
Die Wikingerkatzen
Abstammung von Norwegischen Waldkatzen
Manche führen die Linie auf Norwegische Waldkatzen zurück, die von skandinavischen Seeleuten mitgebracht wurden.
Wichtige Zeitleiste
Nordische Entdecker erreichten Nordamerika früh; falls zutreffend, wären die Wurzeln des Maine Coon bemerkenswert alt.
Ein feliner Krieger: Maine Coons, Nachfahren legendärer Wikingerkatzen
Marie‑Antoinettes Angoras
Der farbenprächtigste Ursprungsmythos
Eine farbige Legende: Königshäuser, große Fluchten und elegante Angorakatzen auf dem Weg über den Ozean.
In Versailles
In Versailles waren Angora‑ und Perserkatzen verbreitet – bisweilen als lästig angesehen, da sie sich schnell vermehrten.
Der Fluchtplan
1793 soll Kapitän Samuel Clough Marie‑Antoinettes Flucht nach Maine geplant haben – mit königlichem Gut und womöglich einer Angorafamilie.
Das Haus von Marie-Antoinette
Das Haus im Küstenort Wiscasset existiert noch – bekannt als „Marie Antoinette House“.
Königliche Eleganz: Marie-Antoinette und ihre Angorakatze, Vorfahren der Maine Coons
Polydaktyle Maine Coons
Mehr Zehen für mehr Gleichgewicht
Ein Merkmal früher Maine Coons: zusätzliche Zehen – an Bord nützlich für Gleichgewicht und Halt.
Merkmale
- Erbliches Merkmal.
- Voll funktionsfähig und nicht behindernd.
- Für die Gesundheit der Katze nicht gefährlich.
Marinetheorie
Auf See vermutlich im Vorteil, wo Balance und Trittsicherheit zählten.
Maine Coons auf dem Ausstellungskurs
Von 1878 bis heute
Die Anfänge sind gut dokumentiert – berühmt von Mrs. E. R. Pearce, Eigentümerin von „Captain‑Jinks of the Horse‑Marines“.
Ausstellungs-Zeitleiste
- 1878 Zwölf Maine Coons in Boston gemeldet – in jenem Jahr ohne Sieg.
- 1895 „Cosey“ gewann den ersten Platz im Madison Square Garden, New York.
- 1950s Rückkehr ins Ausstellungsgeschehen nach sechzig Jahren Nähe zur Heimat.
- 1970s Akzeptanz polydaktyler Maine Coons auf Ausstellungen.
- 2000s Züchter arbeiten verantwortungsvoll am Erhalt des polydaktylen Gens.
Ein Geheimnis, das bleibt
Trotz vieler plausibler Erklärungen ist kein Ursprung zweifelsfrei belegt – die Anfänge des Maine Coon bleiben reizvoll sagenumwoben.
Quellen: Maine Coon Club France